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27. Mai 2026Ein Wochenende voller Emotionen im blu
Die U16 der Potsdam Orcas hat bei der Endrunde um die deutschen Meisterschaften im Potsdamer Sport- und Freizeitbad blu die Silbermedaille gewonnen und damit die maximal mögliche Ausbeute erreicht. Deutscher Meister wurde Top-Favorit SG Neukölln, der seiner Rolle eindrucksvoll gerecht wurde. Hinter den Berlinern aber reihten sich die Potsdamer ein – und das nach einem Turnier, das emotional kaum intensiver hätte verlaufen können.
Bereits das Auftaktspiel gegen den SC DHfK Leipzig entwickelte sich am Samstagmittag zu einem echten Wasserball-Krimi. Potsdam geriet früh mit 0:2 in Rückstand, kämpfte sich jedoch mit großer Moral zurück ins Spiel. Mitte des zweiten Viertels gelang der 4:4-Ausgleich, zur Halbzeit führten die Orcas sogar mit 5:4 – obwohl zwei Strafwürfe ungenutzt blieben.
Auch im dritten Viertel schien Potsdam das Spiel zunächst in den Griff zu bekommen und setzte sich erstmals mit zwei Treffern ab. Doch innerhalb einer Minute kippte die Partie komplett. Der bis dahin starke Torhüter Florian Beck musste dreimal hinter sich greifen, plötzlich lag Potsdam mit 6:7 und wenig später sogar mit 6:8 zurück. Mit einem 7:8 ging es in die letzte Pause.
Das Schlussviertel brachte schließlich alles, was Sport so faszinierend macht: Ausgleich zum 8:8, erneuter Rückstand, 9:9-Ausgleich, wieder ein Gegentor zum 9:10 – und dann, 16 Sekunden vor Schluss, der große Moment von Kapitän Nico Buchelt. Mit seinem Treffer zum 10:10 rettete er die Orcas ins Fünfmeterwerfen. Dort allerdings hatte Leipzig die stärkeren Nerven und gewann am Ende mit 14:12.
Die Enttäuschung bei den Potsdamern war riesig. Trainer André Laube machte seiner Mannschaft dennoch keinerlei Vorwürfe. Vor allem im zweiten und dritten Viertel seien zu viele große Chancen ungenutzt geblieben. Latte, Pfosten und die beiden vergebenen Strafwürfe hätten am Ende besonders wehgetan.
Vom Drama zur Silbermedaille: Potsdam belohnt sich für eine starke Saison
Beeindruckend war allerdings die Reaktion der Orcas auf diese bittere Niederlage. Nur wenige Stunden später zeigte das Team gegen die White Sharks Hannover eine dominante und hochkonzentrierte Vorstellung. Von Beginn an ließ Potsdam keinen Zweifel daran, dass die Mannschaft unbedingt eine Medaille gewinnen wollte. Nach dem ersten Viertel führten die Gastgeber bereits mit 4:2, zur Halbzeit stand es 8:3 und spätestens beim 15:4 nach dem dritten Abschnitt war die Partie entschieden. Trainer André Laube konnte früh rotieren und auch den Spielern von der Bank viel Einsatzzeit geben. Am Ende stand ein beeindruckender und in dieser Deutlichkeit kaum erwarteter 20:7-Erfolg. Überragender Werfer war Georg Metzler, der mit sieben Treffern genau so viele Tore wie Hannover erzielte.
Damit war die Bronzemedaille bereits sicher – und Potsdam durfte sogar weiter auf Silber hoffen. Vor dem abschließenden Spiel gegen die SG Neukölln kam es dann tatsächlich zur großen Überraschung des Turniers: Hannover besiegte Leipzig mit 10:9 und sicherte sich Bronze. Gleichzeitig war damit klar, dass Potsdam die Silbermedaille nicht mehr zu nehmen war. Für Leipzig blieb nur der undankbare vierte Platz. Mit der Gewissheit, bereits Vize-Meister zu sein, gingen die Orcas anschließend in das abschließende Duell mit dem übermächtigen Favoriten aus Neukölln. Die Berliner hatten zuvor Hannover mit 25:8 und Leipzig mit 20:6 bezwungen und galten als das Maß aller Dinge. Doch Potsdam wollte sich deutlich besser verkaufen als die bisherigen Gegner – und das gelang über weite Strecken eindrucksvoll. Trotz eines frühen deutlichen Rückstands gab sich die Mannschaft nie auf, kämpfte bis zum Schluss und hielt phasenweise stark dagegen. Am Ende stand ein respektables 7:15 gegen den neuen deutschen Meister. Trainer André Laube lobte besonders die Moral seines Teams: „Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben, nie gehen lassen und immer weiter gekämpft.“
Neben dem sportlichen Erfolg verlief das gesamte Turnier auch organisatorisch vollkommen reibungslos. In gewohnt professioneller Art sorgten die Potsdamer Verantwortlichen gemeinsam mit dem Förderverein für einen würdigen Rahmen. Der Außenbereich mit Hüpfburg, Grillständen und kühlen Getränken machte die Endrunde zu einem echten Wasserballfest.
Für die Potsdamer endet damit eine äußerst erfolgreiche Saison mit einem herausragenden zweiten Platz auf nationaler Ebene. Lange Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht: Viele Spieler der erfolgreichen U16 werden bereits in zwei Wochen erneut gefordert sein. Dann steht in Stuttgart die Endrunde um die deutsche U18-Meisterschaft an. Dort treffen die Orcas auf Gastgeber SV Cannstatt, erneut auf die SG Neukölln sowie den Duisburger SV 98 – und wollen auch dort wieder um eine Medaille kämpfen.
Potsdam:
Torhüter: Florian Beck/Hannes Nitsche
Feldspieler: Luka Hilgers, Rufus Große (3), Bruno Götz (4), Nico Buchelt (5), Márton Szarvas (1), Paul Oberpichler, Jaroslav Buzhov, Georg Metzler (10), Linus Eggert (6), Maxim Lucki (7), Oskar Wolter, Gustav Decker (3), Joshua Schneider


